Strom wird teurer oder machen wir dem Spuk ein Ende

Strom wird teurer oder machen wir dem Spuk ein Ende

Der Strom ist in Deutschland erneut teurer geworden. Er hat mit durchschnittlich 29,42 Cent/kWh ein Rekordniveau erreicht. Seit 1998, dem Jahr der Liberalisierung des Strommarktes, ist der Strompreis damit bereits um 70% gestiegen!

Wo liegen die Ursachen aktuell?

Zunächst einmal im enormen Anstieg des Groß­handelspreises. Das hat zwei Gründe. Erstens die steigenden Kosten für die Energieerzeugung, weil fossile Rohstoffe immer teurer werden. Der Energiehunger in den Schwellenländern ist riesig; wodurch die Preise auf dem Weltmarkt steigen. Deutschland ist Großimporteur und somit stark betroffen.

Zweitens sind die Preise für die so genannten Emissionszertifikate deutlich gestiegen. Wenn hier jemand einwenden möchte, dass die Großhandelspreise an der Leipziger Strombörse aber gar nicht so deutlich gestiegen sind, dann sei hier angemerkt, dass das Ursachen in der Börse selber hat. Die Funktionsweise der Strombörse ist aber ein anderes Thema.

Man ist also geneigt, den teurer werdenden Strom diesmal nicht der deutschen Energiewende „in die Schuhe schieben“ zu können. Immerhin ist die EEG-Umlage, ebenfalls ein Bestandteil des Strompreises, 2019 nicht gestiegen. Aber das EEG ist natürlich dafür verantwortlich, dass die Strompreise schon vor dem aktuellen Anstieg sehr hoch waren und dafür, dass die Preise auch in Zukunft weiter steigen werden.

Damit Investoren weiter ihre Renditeziele erreichen, werden wir auch in Zukunft die erneuerbaren Energien subventionieren und herkömmliche Kraftwerke zusätzlich bezahlen müssen. Letzteres, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Hinzu kommen als Preistreiber des Stromes: die Netzentgelte.

Sie machen zurzeit ca. 25% des Preises aus. Bürger in Ostdeutschland zahlen z.Zt. mehr Netzentgelte, weil der Bau neuer Stromtrassen dort weiter vorangeschritten ist. Die Stromtrassen transportieren den Ökostrom von Norden nach Süden, wie z.B. die neue Thüringer Strombrücke.

In dünner besiedelten Gebieten, z.B. in Brandenburg, gibt es einen spezifisch höheren Aufwand bei gleichzeitig geringerer Auslastung der Netze. Die Kosten werden selbstverständlich auf den Verbraucher umgelegt. Die Ungerechtigkeit, dass Netzentgelte nicht bundesweit vereinheitlicht sind, verschärft den Stadt-Land-Konflikt. Aber das ist auch ein anderes Thema.

Und wenn das noch wesentlich größere Projekt „Südlink“ in Gang kommt, werden auch die alten Bundesländer betroffen sein. Dieser Netzausbau wird immens teuer  (z.T. Erdverkabelung!) und es häufen sich die Klagen. Am Ende wird der Stromkunde auch die Entschädigungen bezahlen.

In drei Jahren werden dann die Atomkraftwerke abgeschaltet und danach sollen dann auch noch alle Kohlekraftwerke bis 2038 vom Netz gehen. Ziel ist, dass wir dann keine fossilen Rohstoffe importieren müssen, aber dafür den fertigen Strom. Glaubt wirklich irgendjemand, dass das billiger und sauberer wird als den Strom selbst zu produzieren? Aber auch das sei nur am Rande angemerkt.

Der Ausstieg aus der einheimischen Braunkohle wird den Strom wesentlich verteuern, weil ein vergleichsweise günstiger Energieträger entfällt. Die Beteuerungen der Umweltministerin und des Wirtschaftsministers, die Stromkunden durch den Kohleausstieg nicht weiter zu belasten, klingen genauso glaubwürdig, wie die Beteuerungen vor der Einführung des Euro. Wer erinnert sich nicht, dass Deutschland nie für die Schulden anderer Staaten haften wird?

Und als ob es keiner voraussehen konnte: was wird der Staat am Ende wieder machen?

Der Finanzminister wird die Steuern anheben und Geringverdienern die Stromkosten durch „Aufstocken“ subventionieren. Vorteile privatisiert, Nachteile verallgemeinert.

Der Finanzminister muss auch sonst kreativ bleiben. Sollte die Elektromobilität doch stärker als erwartet zunehmen und den Verbrennungsmotor gar verdrängen, z.B. durch Quoten oder Verbote, muss er das Milliarden-Loch stopfen, das der Wegfall der Mineralölsteuer ins Haushaltsbudget reißen wird.

Es gibt schon einige Gedankenspiele, wie auch Elektroautos zur „Steuer-Melkkuh“ werden können. Unabhängig davon, ob der Autofahrer über eine streckenabhängige Maut oder die KfZ-Steuer für E-Autos „gemolken“ wird, was sicher wie das Amen in der Kirche passieren wird, ist eine Verteuerung von „Autoladestrom“. Und spätestens ab 2022 wird es grünen Politikern leicht fallen, dem Wähler den Schuldigen für die steigenden Preise zu verkaufen: das Ausland. Die teuren Subventionen für den Ökostrom, den wir teuer durch das eigene Land schleusen, werden dabei keinem auffallen.

Sie sagen, der Wahnsinn kann doch nicht sein?

Doch, und neue, bereits existente technische Lösungen werden nicht verfolgt werden, weil sich diese für diejenigen nicht lohnen, die es sich im Ökosozialismus warm eingerichtet haben. Nur wenn durchgesetzt wird, dass Politiker für die Genehmigung von Subventionen von vorneherein bekanntermaßen nicht rentablen Energieunternehmen persönlich haften müssen, können wir dem Spuk ein Ende machen. Die heute erlaubte Steuerverschwendung wird sonst weiter andere Lösungen im Keim ersticken.

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