Gleichberechtigt sein heißt nicht gleich sein müssen

Gleichberechtigt sein heißt nicht gleich sein müssen

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Gleichberechtigung bedeutet nicht, dass alle gleich sein sollten Ganz im Gegenteil. Wir Menschen sind ein Glück alle individuell und verschieden. Dennoch ist es selbstverständlich gut und richtig, wenn alle die gleichen Rechte haben, und diese auch realistisch nutzen und bei Bedarf auch durchsetzen können. Aber wenn alle das Gleiche machen oder sein müssen, dann wird es schwierig. Dann wird die individuelle Selbstbestimmung des Einzelnen für ein kollektives Ideal geopfert. Wer dann nicht mitmachen will, schadet dem Kollektiv, das den Idealzustand anstrebt.

Frauenquoten sind  frauenfeindlich

Das ist auch das Problem mit der Frauenquote der CDU. Im Gegensatz zur Schwaben- oder Protestantenquote, die es wie wieviele andere sog. Proportzregelungen in der CDU schon lange gibt. Aber haben Sie sich schon mal überlegt, dass die Forderung genauso viele Frauen sollen genauso viel wie Männer arbeiten, und nichts anderes fordert ja die Einführung einer verbindlichen Frauenquote, in Wirklichkeit entweder kinder- oder frauenfeindlich ist? Vielleicht auch beides, denn Frauen wollen häufiger Kinder und gebären sie auch weiterhin, was die Frauenquote eindeutig von einem Länderproportz unterscheidet. Egal , ob der Unterschied durch physiologische oder soziale Unterschiede entsteht, er führt u.a. dazu, dass mehr Frauen als Männer Gefallen daran finden ihre eigene Zeit in Kinder und Familie zu investieren.  Ja, investieren.

Qualifikation der nächsten Generation

Jede Stunde, die wir uns um ein Kind kümmern, investieren wir nun einmal in dessen Zukunft, und damit in unser aller Zukunft. Kinds, die vor Handy oder Computern ruhig gestellt werden, weil Mütter und Väter mit der Schlacht um einen Listenplatz in der CDU beschäftigt sind, werden in ihrer Mehrheit nicht die Vordenker unserer Zukunft sein. Dafür braucht es immer noch menschliche Zuwendung und Auseinandersetzung.

Die Stunde Beschäftigung mit einem Kind lässt sich aber nicht gleichzeitig nutzen, um sich selbst (weiter) zu qualifizieren, mit Kollegen, Kunden oder an Stammtischen in informelle Netzwerke zu bilden oder an der eigenen Karriere zu arbeiten. Wie so oft im Leben muss man sich hier entscheiden, was wichtiger ist: die eigene Teilhabe und Qualifikation oder die der nächsten Generation.

Alte Ausgrenzung im neuen Mantel

Deshalb sind die beiden Forderungen Frauenquote oder nur Qualifikation zählt zwei Seiten des gleichen Problems: die Schlechterstellung derjenigen, die sich um die Zukunft der nächsten Generation kümmern. Wer glaubt, die bräuchten wir nicht, weil in Afrika genügend Kinder geboren werden, der vergisst wahrscheinlich, dass die dort auch nicht als kleine Einsteine geboren werden.

Gleichberechtigung heißt Wahlfreiheit

Wenn die CDU also wirklich etwas für Frauen machen wollte, hätte sie sich in den 40 Jahren, die sie in Regierungsverantwortung ist, um eine finanzielle Wahlfreiheit zwischen Arbeit und Kindererziehung gekümmert.

Denn erst, wenn aus der Wahl für eine Familie kein finanzieller Nachteil mehr entsteht, auch nicht bei der Rentenversicherung, wird es Gleichberechtigung geben. Weil Kindererziehung (genauso wie Altenpflege) eine wichtige Arbeit und Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft ist, sollten wir Menschen nicht durch Quoten abhalten, sondern alles dafür tun, dass sich mehr Frauen und Männer mehr um ihre Kinder kümmern (können und wollen).

Wiedereinstieg

Da Eltern ihre Zeit zur Qualifikation der Kinder einsetzen und sich in dieser Zeit nicht der eigenen Qualifikation und Netzwerke widmen können, muss der Wiedereinstieg erleichtert werden. Ein weiteres Kriterium, das ausser der eigenen Qualifikation zählen würde. Das könnte z.B. Steuererleichterungen für den Arbeitgeber für Menschen mit Kindern sein, wenn sie sich auf der Arbeit weiter qualifizieren können. Oder ein Losverfahren für Parteimitglieder, die sich hauptberuflich um Kindererziehung gekümmert haben, für einige der lukrativen Listenplätze in der Partei.

Dadurch liesse sich weit mehr Gleichberechtigung und individuelle Freiheit erreichen als mit dem Gleichmachen durch Frauenquoten.

 

Stephanie Tsomakaeva

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